Bern, 17. November 2022 | Medienmitteilung

Empfehlungen der SODK und der EDK zur Qualität und Finanzierung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung

Eine qualitativ hochstehende Kinderbetreuung ist wichtig für die Förderung der anvertrauten Kinder, verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und trägt damit zur Gleichstellung bei. Diese Erkenntnis führte die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren (SODK) sowie die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) dazu, gemeinsam Empfehlungen zur familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung zu erarbeiten und zu verabschieden. Sie aktualisieren und konkretisieren die Empfehlungen der SODK aus dem Jahr 2011. Der Bericht enthält insgesamt 13 Empfehlungen zu den wichtigsten Qualitätselementen und zur Finanzierung.

Aktuell werden in der Schweiz rund zwei Drittel der Kinder auch ausserhalb der Kernfamilie betreut. Über die Hälfte der betreuten Kinder besucht eine Kindertagesstätte, eine schulergänzende Einrichtung oder eine Tagesfamilie. Bis anhin gibt es in der Schweiz jedoch keine einheitlichen Qualitätsvorgaben, wie der Bericht der SODK von 2020 zur Situation der Kinderbetreuung in den Kantonen aufgezeigt hatte. Zwar definieren die allermeisten Kantone im Rahmen ihrer Bewilligungs- und Aufsichtspflicht bereits heute qualitative Kriterien, so wird beispielsweise ein pädagogisches Konzept verlangt. Doch oft existieren keine Vorgaben über den Inhalt dieser Konzepte und sie werden auch kaum je auf ihre Wirkung überprüft. Die Empfehlungen von SODK und EDK setzen hier an: Sie halten fest, welche Elemente ein pädagogisches Konzept abdecken soll. Weiter enthalten sie Empfehlungen zur Anzahl Betreuungspersonen pro Kindergruppe, zur Ausbildung des Personals sowie zum Qualitätsmanagement.

Für die SODK und die EDK ist eine qualitativ hochstehende Kinderbetreuung ein wichtiger Schlüssel zur Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf. Sie trägt entscheidend zur Gleichstellung von Frau und Mann bei. Zudem kommt sie als Teilaspekt der frühen Förderung den Kindern zugute, indem sie die Unterschiede beim Kindergarteneintritt zu vermindern vermag und so die Bildungsgerechtigkeit erhöht. Weiter begünstigt die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung, dass beide Elternteile eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder ihr berufliches Engagement ausweiten, da sie ihre Kinder in guten Händen wissen. Dies erhöht ihr Einkommen und Humankapital, steigert die Produktivität der Volkswirtschaft und leistet einen Beitrag zur Verminderung des Fachkräftemangels.

Empfehlungen dienen als Orientierungsrahmen für die Kantone

Der Bericht enthält insgesamt 13 Empfehlungen zu Aspekten der Qualität und zur Finanzierung.Qualität wird dabei als Zusammenspiel zwischen den fünf Bereichen Ausbildung, Betreuungsschlüssel, pädagogisches Konzept, Qualitätsmanagement und Infrastruktur verstanden. Ergänzt werden sie durch Empfehlungen von Finanzierungsstandards. Die verabschiedeten Empfehlungen dienen sowohl der fachlichen wie auch der politischen Ebene als Orientierungsrahmen und unterstützen die zuständigen Stellen in den Kantonen und Gemeinden bei der Überprüfung und Weiterentwicklung ihrer Angebote, Grundlagen und spezifischen Prozesse. Sie sind eng verknüpft mit der parlamentarischen Initiative 21.403 n WBK-NR «Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung» und könnten als Referenzgrundlage für die Umsetzung der parlamentarischen Initiative in den Kantonen dienen.