Ausserfamiliäre Platzierung von Kindern

Fragen in Bezug auf die Platzierung von Kindern ausserhalb ihres Familienumfelds sind seit mehreren Jahren ein zentrales Thema der SODK. Die SODK und die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) erarbeiten derzeit Empfehlungen zu diesem Thema.

Aus verschiedensten Gründen können manche Kinder in der Schweiz nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen. In solchen Fällen bestehen zu ihrem Schutz und zur Verbesserung ihrer Entwicklungschancen verschiedene Betreuungsformen. Ausserfamiliär platzierte Kinder müssen unbeschwert in einem Umfeld aufwachsen können, das sie schützt, unterstützt und ihre Fähigkeiten fördert.

Die Platzierung von Kindern ausserhalb ihres Familienumfelds ist ein zentrales Anliegen der kantonalen Verantwortlichen für Kinder- und Jugendpolitik. Sie haben sich namentlich aktiv in die Diskussion zur Teilrevision der Pflegekinderverordnung (PAVO, SR 211.222.338) eingebracht, die am 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist. Die Verordnung bezweckt den Schutz von ausserfamiliär platzierten Minderjährigen. Sie regelt insbesondere die Bewilligung und die Aufsicht in Zusammenhang mit der Platzierung in Heimen und Pflegefamilien.

Die Anwendung der PAVO unter der Lupe

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der vier Landesregionen, hat seit mehreren Jahren den Auftrag, die Anwendung der PAVO zu kontrollieren, Bedürfnisse zu erkennen und eine gewisse Koordination zwischen den Kantonen sicherzustellen. Einige Fachpersonen sind heute der Meinung, dass die PAVO in verschiedenen Aspekten der ausserfamiliären Platzierung Lücken aufweist. Insbesondere sind sie der Ansicht, dass die Stellung des Kindes in der Verordnung gestärkt werden müsse. Die Verordnungslücken werden derzeit analysiert.

Empfehlungen um Mindeststandards zu definieren

2016 fand eine Fachtagung zum Pflegekinderbereich und zur Anwendung der PAVO statt. Mehr als 50 Expertinnen und Experten des Bundes, der beteiligten interkantonalen Konferenzen und der 26 Kantone nahmen teil. Die Fachtagung hat gezeigt, dass Empfehlungen der SODK über die Platzierung von Kindern in Heimen oder Pflegefamilien zuhanden der Kantone nötig sind. Sie sollen Mindeststandards definieren und die für den Schutz von Kindern und Jugendlichen verantwortlichen Instanzen bei der Erarbeitung ihrer spezifischen Konzepte unterstützen. Mit den Empfehlungen soll eine Praxis gefördert werden, die das übergeordnete Kindesinteresse in sämtlichen Phasen der ausserfamiliären Platzierung ins Zentrum stellt.

2017 beauftragte der Vorstand SODK sein Generalsekretariat, Empfehlungen zur ausserfamiliären Platzierung zu erarbeiten. Die KOKES bekundete im Juli 2017 Interesse an einer Teilnahme am Projekt, was begrüsst wurde. Im Januar 2019 unterbreiteten die SODK und die KOKES ihre gemeinsamen Empfehlungen verschiedenen Partnern zur Stellungnahme. Die zuständige Arbeitsgruppe analysiert derzeit die Ergebnisse.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass der UN-Kinderrechtsausschuss die Situation in der Schweiz im Januar 2015 analysiert und der Schweiz eine Liste mit Schlussbemerkungen übermittelt hat. Von diesen betreffen acht den Pflegekinderbereich.