Wohn- und Arbeitsangebote

Menschen mit Behinderungen entscheiden selber, wo sie wohnen oder arbeiten. Die SODK fördert diesen Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik. Sie unterstützt die Kantone in ihren Bemühungen, adäquate Angebote zu schaffen.

Ausgelöst durch die Ratifizierung der UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) nehmen begleitete Wohn- und Arbeitsformen ausserhalb von Institutionen zu. Sie sollen das selbstbestimmte Leben fördern und setzen so anstelle der Institutionslogik die Sicht der betroffenen Menschen ins Zentrum.

Ziel ist es, die Wohn- und Arbeitsangebote so weiterzuentwickeln, dass Betroffene weitgehend selber entscheiden können, wo und wie sie wohnen und arbeiten möchten. Die Angebote sollen durchlässiger werden. Viele Kantone sind dabei, den individuellen Bedarf zu finanzieren und erst in zweiter Linie die leistungserbringenden Institutionen (sog. Subjekt- statt Objektfinanzierung). Dieser Paradigmenwechsel verlangt von allen involvierten Akteuren, dass sie ihre eigene Haltung anpassen. Fachpersonen unterstützen Menschen mit Behinderungen dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und befähigen sie, Entscheidungen zu treffen.

Die SODK fördert, begleitet und unterstützt die Entwicklung in den Kantonen in Richtung flexible, durchlässige und selbstbestimmte Wohn- und Arbeitsangebote. In diesem Sinn hat der Vorstand SODK im Januar 2021 die Vision der SODK für das selbstbestimmte Wohnen von betagten Menschen und Menschen mit Behinderungen verabschiedet. Das Generalsekretariat SODK und die Fachkonferenz FBBF sind daran, diese Vision unter Berücksichtigung der Motion 18.3716 (Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen) in den nächsten Jahren umzusetzen.

Die barrierefreie Online-Angebotsplattform meinplatz.ch wird seit März 2021 von mehreren Kantonen aus fast allen Regionen der Schweiz deutsch und französisch betrieben, zusammen mit INSOS ZH. Institutionen für erwachsene Menschen mit Behinderungen bieten darauf ihre Tages-, Wohn- oder Arbeitsangebote an.